Overlock und Coverlock kombinieren: Wann sich Gritzner 788 und CoverStyle 4850 ergänzen
Was die Gritzner 788 Overlock übernimmt
Die Gritzner 788 ist laut Produktbeschreibung eine 2-/3-/4-Faden-Overlock mit einer oder zwei Nadeln, Differentialtransport und Freiarm. Sie kann Stoffkanten in einem Arbeitsgang schneiden, nähen und versäubern. Der Hersteller nennt sie unter anderem für Jersey, Sweat, Viskose und feine Stoffe; außerdem sind Rollsaumnähte vorgesehen.[1]
Damit ist die 788 eine praktische Wahl, wenn an einem Projekt wiederholt Schnittkanten sauber verarbeitet oder elastische Verbindungsnähte gearbeitet werden sollen. Der Differentialtransport kann bei dehnbaren oder feinen Stoffen helfen, die Kante kontrolliert zu führen. Die konkrete Einstellung hängt dennoch von Stoff, Faden, Nadel, Stich und Lagenzahl ab. Eine Probenaht am tatsächlichen Materialaufbau bleibt deshalb sinnvoll.

Was die Gritzner CoverStyle 4850 ergänzt
Die CoverStyle 4850 ist eine Coverlock für Cover- und Kettstiche. Sie arbeitet mit bis zu drei Nadeln und bis zu vier Fäden. Oben entstehen beim Coverstich parallele Steppnähte, unten eine elastische Greifernaht. Der Shop beschreibt die Maschine für elastische Säume und Ziernähte an dehnbaren Stoffen; Stichlänge, Differentialtransport und Nähfußdruck sind einstellbar.[2]
Der entscheidende Unterschied: Eine Coverlock versäubert die Stoffkante nicht. Für die Kantenbearbeitung kann deshalb je nach Projekt eine Overlock, eine Haushaltsnähmaschine oder eine andere vorbereitende Lösung erforderlich sein. Die CoverStyle 4850 ergänzt die 788 insbesondere dann, wenn elastische Abschlussnähte mit sichtbarer Covernaht regelmäßig Teil des Arbeitsablaufs sind.

Sinnvolle Arbeitsteilung bei Jersey-Projekten
| Arbeitsschritt | Gritzner 788 Overlock | Gritzner CoverStyle 4850 |
|---|---|---|
| Stoffteile verbinden | Je nach Stich für elastische Verbindungsnähte nutzbar | Nicht die typische erste Wahl für alle Verbindungsnähte |
| Schnittkanten bearbeiten | Schneidet, näht und versäubert in einem Arbeitsgang | Versäubert die Schnittkante nicht |
| Rollsaum an feinen Kanten | Laut Produktbeschreibung möglich | Nicht die Kernfunktion der Maschine |
| Elastische Saumlinie | Nicht als allgemeine Säummaschine einordnen | Coverstich für elastische Säume, wenn das Projekt und die Anleitung dazu passen |
| Sichtbare Ziernähte | Je nach Overlock-Stich und Projekt | Coverstich als dokumentierte Funktion für Ziernähte |
Die Tabelle ist keine starre Reihenfolge. Bei einem Shirt kann beispielsweise zunächst die Overlock für Seitennähte und Schnittkanten eingesetzt werden, während die Coverlock später die umgelegte Saumkante mit einem Coverstich bearbeitet. Bei einem anderen Projekt genügt eine der Maschinen oder eine Haushaltsnähmaschine. Maßgeblich sind Konstruktion, Stoff und die gewünschte Nahtoptik.
Für wen lohnt sich die Kombination?
Die Kombination kann passend sein, wenn Sie regelmäßig dehnbare Kleidung nähen und dabei sowohl sauber verarbeitete Kanten als auch elastische, sichtbare Saumlinien benötigen. Der zusätzliche Nutzen ist besonders nachvollziehbar, wenn beide Arbeitsschritte in vielen Projekten wiederkehren – etwa bei T-Shirts, Leggings, Sweatshirts oder Sportkleidung.
| Nähalltag | Sachliche Einordnung |
|---|---|
| Gelegentliche Jersey-Projekte | Eine Haushaltsnähmaschine mit passenden elastischen Stichen oder eine Overlock kann zunächst ausreichen; eine Probenaht zeigt, ob die Nahtfunktion zum Projekt passt. |
| Häufige Kantenverarbeitung an Jersey und Sweat | Die Gritzner 788 kann durch Schneiden, Nähen und Versäubern in einem Arbeitsgang den Ablauf bündeln.[1] |
| Regelmäßige sichtbare Saumabschlüsse | Die CoverStyle 4850 ergänzt mit Cover- und Kettstichen für elastische Säume und Ziernähte.[2] |
| Vielfältige Nähprojekte mit Knopflöchern, Reißverschlüssen oder Absteppungen | Eine Haushaltsnähmaschine bleibt für solche Aufgaben als eigenständige Basis relevant. |
Drei Fragen vor dem Kauf
- Wie oft nähen Sie dehnbare Kleidung? Wenn Jersey nur gelegentlich verarbeitet wird, prüfen Sie erst, ob die vorhandene Maschine und ein sorgfältig gewählter Stich Ihre Anforderungen bereits abdecken.
- Welche Naht fehlt Ihnen im Alltag? Geht es vor allem um das Bearbeiten von Schnittkanten, spricht das für die Overlock-Funktion. Geht es wiederholt um elastische Abschlussnähte mit Coverstich-Optik, ist die Coverlock-Funktion relevant.
- Können Sie am Originalmaterial testen? Stoff, Faden, Nadel, Nahtzugabe und Dehnung beeinflussen das Ergebnis. Testen Sie daher die vorgesehene Naht auf einem Reststück und beurteilen Sie Vorder- und Rückseite sowie die Dehnbarkeit.
Häufige Fragen
Ersetzt eine Coverlock die Overlock?
Nein. Die CoverStyle 4850 näht Cover- und Kettstiche für elastische Säume und Ziernähte, versäubert aber laut Produktbeschreibung keine Schnittkante. Die 788 ist für das Schneiden, Nähen und Versäubern von Kanten ausgelegt.[1] [2]
Brauche ich beide Maschinen für Jersey?
Nicht zwingend. Für gelegentliche Jersey-Projekte kann eine passend ausgestattete Haushaltsnähmaschine oder eine Overlock genügen. Beide Maschinen ergänzen sich, wenn Kantenbearbeitung und elastische Cover-Säume regelmäßig zusammenkommen.
In welcher Reihenfolge arbeite ich mit Overlock und Coverlock?
Eine mögliche Reihenfolge ist: Stoffteile mit der Overlock verbinden beziehungsweise Kanten bearbeiten, anschließend die Saumkante gemäß Anleitung vorbereiten und mit der Coverlock arbeiten. Der tatsächliche Ablauf hängt jedoch vom Schnitt, vom Stoff und von der gewünschten Naht ab.
Produkte aus diesem Beitrag
- Gritzner 788 Overlock – 2/3/4-Faden mit Freiarm & LED
- Gritzner CoverStyle 4850 Coverlock-Nähmaschine
Quellen
[1] Gritzner 788 Overlock – Produktbeschreibung
[2] Gritzner CoverStyle 4850 Coverlock-Nähmaschine – Produktbeschreibung