Was ist Bauschgarn? Verwendung an Overlock und Coverstich verständlich erklärt

Ackermann Bauschgarn Stärke 120 in Weiß auf einem Näharbeitsplatz

Kurzantwort: Bauschgarn ist ein voluminöser Faden, der für weichere, dehnbare Nähte eingesetzt wird. Das Ackermann Bauschgarn Stärke 120 – 4 × 1.000 m in Weiß (Farbnummer 5000) wird in der Shopbeschreibung ausdrücklich als Overlock- und Coverlockgarn für weiche, dehnbare Nähte geführt. Welche Fadenwege, Sticharten und Einstellungen passen, richtet sich immer nach der Anleitung der jeweiligen Maschine und einer Probenaht am Originalstoff.

Was bedeutet Bauschgarn?

Bauschgarn beschreibt einen Faden mit mehr Volumen als ein glatter, kompakter Nähfaden. Dadurch kann eine Naht voller und weicher wirken. Im Nähalltag wird Bauschgarn vor allem dort verwendet, wo eine Naht beweglich bleiben und zugleich angenehm an der Haut liegen soll.

Beim verlinkten Ackermann-Produkt handelt es sich laut Shopbeschreibung um Bauschgarn aus 100 % Polyester in Stärke 120. Die Packung enthält vier weiße Konen mit jeweils 1.000 Metern, insgesamt also 4.000 Meter. Die Produktbeschreibung nennt die Eignung für Overlock und Coverlock sowie Wasch- und Kochfestigkeit. Auch OEKO-TEX® STANDARD 100 in Produktklasse I und EN 71-3 sind dort aufgeführt.

Wichtig ist die Abgrenzung: Bauschgarn bezeichnet einen Fadentyp, keine Stichart und keine allgemeingültige Einstellung. Eine gute Naht entsteht erst aus dem Zusammenspiel von Stoff, Maschine, Nadel, Fadenweg, Stichwahl und Probenaht.

Ackermann Bauschgarn Stärke 120 neben einer weichen, dehnbaren Probenaht

Wo wird Bauschgarn verwendet?

Bauschgarn wird häufig für dehnbare Nähte an Wirkware und elastischen Materialien genutzt. Die konkrete Verwendung hängt davon ab, ob mit Overlock oder im Coverstich-Betrieb gearbeitet wird.

Eine Overlock kann Stoffkanten schneiden und versäubern sowie – je nach Stich – elastische Verbindungsnähte bilden. Das Bauschgarn kann dabei verwendet werden, wenn die Maschinenanleitung den jeweiligen Fadenweg und Stich dafür vorsieht. Eine Coverstichmaschine oder eine dafür eingerichtete Kombimaschine arbeitet dagegen mit Coverstichen für sichtbare, elastische Kantenabschlüsse. Dieser Coverstich-Betrieb ersetzt nicht die Kantenversäuberung einer Overlock.

Die Produktbeschreibung des Ackermann Bauschgarns nennt sowohl Overlock als auch Coverlock. Daraus folgt nicht, dass jede Maschine mit denselben Einstellungen arbeitet. Prüfen Sie vor dem Einfädeln die Anleitung Ihrer Maschine und beginnen Sie mit einer Probenaht auf einer Stoffprobe mit derselben Lage wie im späteren Projekt.

Für welche Projekte kann Bauschgarn sinnvoll sein?

Bauschgarn kann eine passende Wahl sein, wenn weiche und dehnbare Nähte gefragt sind. Dazu zählen beispielsweise dehnbare Kleidung, Unterwäsche, Sportbekleidung oder Baby- und Kindertextilien. Entscheidend bleibt jedoch der konkrete Stoff: Elastananteil, Maschenstruktur, Stoffdicke und Nahtposition beeinflussen, wie sich die Naht verhält.

Bei sichtbaren Coverstichen kann die Fadenwahl die Optik und den Griff der Naht mitbestimmen. Bei Overlocknähten kann sie sich auf das Nahtgefühl und die Beweglichkeit auswirken. Das sind keine pauschalen Ergebnisse: Testen Sie die gewählte Kombination immer an einem Reststück und beurteilen Sie danach Dehnbarkeit, Fadenlauf und Stoffkante.

So verwenden Sie Bauschgarn Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Overlock, Coverstichmaschine oder Kombimaschine auf die vorgesehene Einfädelreihenfolge und Stichart.
  2. Legen Sie das Projektmaterial in derselben Stofflage als Probenaht bereit.
  3. Fädeln Sie alle benötigten Fadenwege vollständig neu ein; die Reihenfolge ergibt sich aus der Anleitung.
  4. Wählen Sie Nadeltyp und Nadelstärke nach Stoff, Herstellerangaben und Maschinenanleitung.
  5. Nähen Sie eine Probenaht und prüfen Sie anschließend die Naht beim vorsichtigen Dehnen.
  6. Passen Sie Einstellungen nur schrittweise an, wenn Fadenlauf, Stichbild oder Stoffkante Anlass dazu geben.

Bauschgarn wird in diesem Beitrag ausschließlich im Zusammenhang mit Overlock- und Coverstich-/Coverlock-Maschinen betrachtet. Fadenwege, Sticharten und Einstellungen richten sich nach der Anleitung der jeweiligen Maschine und der Probenaht.

Ackermann Bauschgarn Stärke 120 neben Stoffproben und einer Testnaht

Bauschgarn oder Universal-Nähgarn?

Bauschgarn und Universal-Nähgarn erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Universal-Nähgarn wird für viele alltägliche Näharbeiten eingesetzt. Bauschgarn kann dort sinnvoll sein, wo eine weichere, bewegliche Naht erwünscht ist. Die Bezeichnung „Universal“ bedeutet dabei nicht, dass ein Garn für jede Maschine, jeden Stoff und jede Stichart ohne Prüfung passt.

Für eine Entscheidung helfen drei Fragen: Soll die Naht besonders dehnbar sein? Liegt sie direkt auf der Haut? Und sieht die Maschinenanleitung den gewünschten Fadenweg vor? Erst danach lässt sich auswählen, welcher Faden am konkreten Projekt sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Ist Bauschgarn für Overlock und Coverlock geeignet?

Das verlinkte Ackermann Bauschgarn wird laut Produktbeschreibung für Overlock und Coverlock geführt. Prüfen Sie dennoch die Anleitung Ihrer Maschine: Fadenwege und Stiche unterscheiden sich je nach Modell.

Warum ist die Probenaht bei Bauschgarn wichtig?

Bauschgarn kann je nach Stoff, Fadenweg und gewähltem Stichbild unterschiedlich wirken. Eine Probenaht mit derselben Stofflage wie im Projekt hilft, Fadenlauf, Dehnbarkeit und die Stoffkante vor dem eigentlichen Nähen zu beurteilen.

Ist Bauschgarn immer die richtige Wahl für Jersey?

Nein. Jersey ist nicht gleich Jersey. Stoffstärke, Elastizität, Nahtfunktion und die verfügbare Maschine entscheiden gemeinsam. Bauschgarn kann für weiche, dehnbare Nähte passend sein; eine Probenaht ist jedoch unverzichtbar.

Produkt aus diesem Beitrag

Ackermann Bauschgarn Nähgarn Stärke 120 – 4 × 1.000 m, Weiß (Farbnummer 5000)